Das Schwelmer Kreishaus Verfügt über Eine Vorplatzgestaltung Des Künstlers Otto-Herbert Hajek. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Austausch der Fenster des Schwelmer Kreishauses

Effektive Heizungsanlage, bessere Dämmung, neue Fenster: Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen führt derzeit der Ennepe-Ruhr-Kreis am Kreishaus in Schwelm durch. In Zukunft sollen damit rund ein Drittel der ursprünglichen Energiekosten eingespart werden. 2010 hatte man mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II begonnen, die in die Jahre gekommene Heizungsanlage auszutauschen und Erdwärmebohrungen durchzuführen. Damit die produzierte Wärme nicht „verpufft“, werden nun auch die Fassade zusätzlich gedämmt und die Fenster gemäß KfW-Standard ausgetauscht. Die thermischen Schwachstellen der Gebäudehülle werden damit nachhaltig reduziert. Eine ausgefeilte Baustellenlogistik und ein zügiger Baufortschritt sind notwendig, da die Sanierungsmaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt und die Mitarbeiter somit nicht umquartiert werden.

Zu dem umfangreichen Gebäudebestand der sozialen Infrastruktur in Deutschland zählt auch eine Vielzahl kommunaler Gebäude – darunter gelten einige als dringend sanierungsbedürftig. Betroffen sind hiervon insbesondere Bauten der 1960er und 1970er Jahre. Ein typisches Beispiel des kommunalen Baus dieser Zeit ist das von der Architektengemeinschaft Laskowski, Thenhaus und Kafka entworfene Schwelmer Kreishaus – dessen Vorplatzgestaltung von Otto-Herbert Hajek immer wieder in die Schlagzeilen geraten ist. Auch im Innenbereich wurde beispielsweise das Foyer durch den Künstler gestaltet. In der Verbindung von Architektur und Kunst am Bau stellt das Kreishaus ein für seine Entstehungszeit typisches Gesamtwerk dar. Der sternförmig angelegte Verwaltungskomplex fasste anfänglich 400 Angestellte. Heute arbeiten hier mehr als 600 Personen – beispielsweise in der allgemeinen Verwaltung, den unterschiedlichen Fachbereichen oder der Polizei für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Beim Bau des Kreishauses galt es damals als besonderes Problem, eine Höhendifferenz von 18 Metern zu überbrücken, ohne dabei die innere, vielschichtige Organisation mit zum Teil eigenen Eingängen zu beeinträchtigen. In den 1970er Jahren galt das Schwelmer Kreishaus als gelungener Verwaltungsbau und wurde als besondere Lösung auch in der Fachpresse präsentiert. Der umfangreiche Gebäudekomplex in Stahlbeton-Skelettbauweise wird jetzt bereits über 40 Jahre für die Verwaltungsaufgaben des Ennepe-Ruhr-Kreises genutzt und muss nun auch den heutigen Anforderungen Rechnung tragen.

Im Laufe der Zeit haben sich die energetischen Gebäudestandards stetig weiterentwickelt – der Gebäudebestand ist in dieser Hinsicht oftmals nicht mehr zeitgemäß. Vor allem im Bereich der Heizenergie lassen sich mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen deutliche Einsparungen erzielen und so mittelfristig die kommunalen Kassen schonen. Dieses energetische Einsparpotential zu nutzen und gleichzeitig einen architektonischen Werterhalt zu gewährleisten, war auch das erklärte Ziel des Ennepe-Ruhr-Kreises, als man sich im Jahr 2010 zu einer energetischen Sanierung des Kreishauses entschloss.

Mit Hilfe des Konjunkturpakets II wurde zunächst die marode Heizungsanlage ausgetauscht. Ein Teil der zu erzeugenden Lüftungsenergie wird nun zudem über eine Wärmepumpe mit Geothermieanlage gewonnen. Die Erneuerung der Heizanlage bietet das größte Potential zur Energieeinsparung – besonders effizient ausnutzen lässt sie sich jedoch erst in Kombination mit einer hochwertigen Gebäudehülle. Für eine ausreichende Dämmung des Daches, der Außenwände und Fenster ist somit ebenfalls zu sorgen. Neben der Energieeinsparung trägt dies zudem dazu bei, dass im Sommer wie im Winter leichter eine angenehme Raumtemperatur gehalten werden kann.

In Schwelm begann man zunächst mit der Dämmung des Daches. Derzeit wird nun eine zusätzliche Außendämmung angebracht und die Fenster ausgetauscht. Eine Erneuerung der Fenster mit hochwertigen Profilen und Wärmeschutzverglasung führt zu einer besseren Isolation gegenüber dem Außenbereich sowie verbessertem Sonnenschutz und sorgt für ein optimiertes Raumklima.

Austausch der Fenster

Nach dem Aushängen der alten Holzfenster, dem Entfernen der Scharniere und dem Abdichten der Anschlussstellen mit Dämmband werden die neuen Fenster eingesetzt. Die Montage erfolgt über die bestehenden Montagerahmen. Es handelt sich hierbei um wärmedämmende Kiefer-Fenster mit einer Profilstärke von 90 Millimetern von Sorpetaler Fensterbau. Warm- und Kaltseite der Rahmenprofile werden thermisch möglichst vollständig voneinander entkoppelt. Um das zu erreichen, wurde eine in vertikaler Richtung durchgängige Dämmebene realisiert. Entscheidend für die Wärmedämmeigenschaften ist nicht nur die Verglasung sondern auch der Rahmen. Der Rahmen der in Schwelm eingesetzten Fenster erreicht einen Wärmeleitfähigkeitswert von Uf = 1,2 W/m²K. Mit Dreifachisolierglas (Ug = 0,6 W/m²K) wird ein Fenster-U-Wert von Uw = 0,98 W/m²K erzielt.

Die Fassade übernimmt bei dem Skelettbau des Schwelmer Kreishauses keine tragende Funktion. Das Gebäude wird auf jeder Geschossebene mit einem Versorgungsgang umschlossen, der im normalen Betrieb der Fensterreinigung dient, nun aber auch die Fenstermontage und die Dämmmaßnahmen erleichtert. Der Vertikalanschluss der Fenster erfolgt über schmale Pfeiler – mit dem gedämmten Holzbauteil der neuen Fenster und den darunterliegenden, gedämmten Brüstungselementen entsteht so eine durchgehende Fassade.

Nach dem Wechsel der Fenster und dem Dämmen der Brüstungselemente wird der bereits vor der Sanierung vorhandene Sonnenschutz wieder installiert. Die außenliegenden Lamellen dienen in erster Linie einem Sicht- und Blendschutz.

Erhalt des Charakters

Bei allen Sanierungsmaßnahmen des Kreishauses soll der ursprüngliche Charakter des Baus erhalten bleiben – so wurde beispielsweise in den letzten Jahren auch der Beton lediglich farblos saniert. Dieser Linie folgend sollen sich auch die neuen Fenster am Kreishaus in das bestehende Fassadenbild integrieren. Daher entschied man sich bei der deckenden Beschichtung der Fenster für Lichtgrau (RAL 7035).

Ausgefeilte Baustellenlogistik

Da die Sanierungsmaßnahmen im laufenden Betrieb stattfinden und die Mitarbeiter der Kreisverwaltung nicht ausquartiert werden, ist ein sowohl zügiges als auch geräusch- und lärmarmes Arbeiten gefragt. Wesentliche Zeitersparnisse werden durch einen Gerüstaufzug realisiert, der sowohl die alten Fenster nach unten als auch die neuen Fenster nach oben transportiert und so ein bequemes und zeitsparendes Arbeiten ermöglicht. Zudem arbeiten die ausführenden Firmen Hand in Hand – Dämmmaßnahmen der Fassade und Austausch der Fenster sind so aufeinander abgestimmt, dass für die Mitarbeiter möglichst wenig Lärmbelästigung entsteht.

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Bautafel:

Objekt: Sanierung des Schwelmer Kreishauses
Auftraggeber: Ennepe-Ruhr-Kreis
Architekturbüro: Dipl.-Ing. Architekt Matthias Klein, Siegen
Fenster: Sorpetaler Fensterbau, Sundern

Das Schwelmer Kreishaus verfügt über eine Vorplatzgestaltung des Künstlers Otto-Herbert Hajek. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Schwelmer Kreishaus: Auch aufgrund der Vielzahl der Fenster bietet eine Erneuerung mit hochwertigen Profilen und Wärmeschutzverglasung eine hohes Energie-Einsparungspotential. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Umfangreicher Gebäudekomplex: das Verwaltungsgebäude des Ennepe-Ruhr-Kreises in Schwelm. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Die einzelnen Etagen des Schwelmer Kreishauses werden mit Versorgungsgängen umschlossen. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Der Transport der neuen Fenster in die obenliegenden Etagen erfolgt bequem über einen Bau-Aufzug. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Die untere Seite des Montagerahmens wird mit einem Dichtband versehen. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Die genaue Position des Fensters muss geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Ist das Fenster richtig positioniert, kann es fixiert werden. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

In die alten Montagerahmen werden die neuen Fenster eingesetzt. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Die neuen Fenster werden positioniert. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

Mögliche, energetische Schwachstellen – wie die alten Scharnierbohrungen – werden zusätzlich gedämmt. (Foto: Sorpetaler Fensterbau)

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