Neues Mechanisierte Zustellbasis Für Die Deutsche Post DHL: Von Hier Aus Werden Zukünftig über 100 Zusteller Täglich Pakete Für Die Region Ausliefern. (Foto: Brüninghoff)

Bau einer modernen Halle für die Paketzustellung

In der Nähe von Recklinghausen ist jetzt eine neue mechanisierte Zustellbasis für die Paketzustellung von Deutsche Post DHL entstanden. Von hier aus werden zukünftig über 100 Zusteller täglich Pakete für die Region ausliefern. Ausgerichtet wurde der Neubau auch auf den Betrieb einer aufwendigen Sortiertechnik. Was in den bisher üblichen Zustellbasen per Hand erledigt wurde, geschieht künftig automatisch. Die Verteilanlage ordnet dann die Sendungen dem entsprechenden Zusteller in Kastenrutschen zu, die bis zu 200 Sendungen fassen. Bei der Hallenkonstruktion setzte der beauftragte Projektbau-Spezialist Brüninghoff aus dem westfälischen Heiden einen intelligenten Verbund unterschiedlicher Materialien ein, um so die jeweiligen Vorteile der einzelnen Baustoffe ideal zu kombinieren.

Der Online-Versandhandel wächst; zugleich ist eine schnelle Lieferung für die Verbraucher zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Hinter der Zustellung von Paketen und Postsendungen steckt daher eine ausgeklügelte Logistik. In modernen Zustellbasen werden die Sendungen automatisch den einzelnen Paketboten zugeordnet und gelangen so in die Bezirke im Umkreis. Eine solche mechanisierte Zustellbasis der Deutschen Post DHL ist jetzt auf einem 20 Hektar großen Grundstück im Raum Oer-Erkenschwick entstanden. Wichtiger Bestandteil des Bauprojektes war – neben einer schnellen Fertigstellung in nur acht Monaten – der intelligente Materialverbund verschiedener Werkstoffe sowie ein hoher Vorfertigungsgrad der einzelnen Bauelemente.

Das neue Gebäude ist rund 116 Meter lang und 42 Meter breit und bietet Platz für 4500 Quadratmeter Logistikfläche und einen 440 Quadratmeter großen, zweistöckigen Verwaltungsbereich: Er ist durch seine farblich Fassadengestaltung, einem Gebäudevorsprung sowie große Fensterflächen gekennzeichnet und wurde in die Halle integriert. An den Gebäudelängsseiten befinden sich die Verladestationen. Dieser Bereich wird durch ein langes Fensterband und mehrere Dachlichtkuppeln mit Tageslicht versorgt.

Besondere Herausforderungen bei der Planung
Zu den besonderen Herausforderungen des Projektes zählte ein Gefälle auf dem Grundstück von bis zu 7 Metern – dieses musste mit der Befahrbarkeit von Sattelschleppern und Transportern vereinbart werden. Außerdem galt es, die Hallenbreite von 42 Metern stützenfrei zu überspannen. Weitere Punkte waren die Ausrichtung auf die spätere Verwendung der Halle: So musste sie für einen reibungslosen Ablauf des Versandes sowohl auf die innenliegende Verteiltechnik als auch auf die späteren An- und Ablieferungen ausgerichtet werden. Zudem wurden hinsichtlich Einbruch- und Brandschutz erhöhte Anforderungen gestellt.

Modellierung des Grundstückes
Um das Gefälle des Grundstückes zu kompensieren, wurde dieses neu modelliert. Die Zufahrten und Wege wurden in ihrer Neigung so angepasst, dass sie einerseits das Befahren von Sattelschleppern und Transportern ermöglichen und anderseits wirtschaftlichen Aspekten Rechnung tragen. Ein übermäßiges Anfüllen des Geländes und die erhöhte Abfuhr von Bodenaushub konnten vermieden werden. Im Zuge dieser Maßnahme wurde unter anderem eine Bodenstabilisierung vorgenommen.

Hallenkonstruktion
Um eine wirtschaftliche Konstruktion zu gewährleisten und gleichzeitig die Anforderungen hinsichtlich Spannweiten und Brandschutz zu berücksichtigen, setzte der Projektbau-Spezialist Brüninghoff auf eine Kombination aus Brettschichtholz für das Dach und Stahlbeton für das Traggerüst des Gebäudekörpers. Mit den eingesetzten Brettschichtholzbindern lassen sich große Spannweiten stützenfrei überbrücken. Sie werden als Satteldachträger mit geradem Untergurt ausgeführt und in ihrer Trägergeometrie der Dachneigung angepasst, die über einen Mindestgrad für den Ablauf des Wassers verfügt. Die Auflagerung der Konstruktion erfolgt auf Stützen aus Stahlbeton, die die Lasten des Daches aufnehmen und in die Fundamente ableiten. Hinsichtlich des Brandschutzes lässt sich mit Brettschichtholz zumeist die Klasse F30 problemlos erreichen – im Fall des neuen Versandzentrums war dies aufgrund der statisch ohnehin geforderten Querschnitte mit geringem Aufwand möglich. Auch die eingesetzten Stahlbetonstützen erfüllen die brandschutztechnischen Anforderungen. Nicht nur der Brand- und Einbruchschutz sondern auch Entwässerung, Haustechnik und Elektroinstallationen wurden frühzeitig im Planungsprozess berücksichtigt, so dass einer reibungslosen Umsetzung nichts im Wege stand.

Schneller Baufortschritt durch Vorfertigung
Um einen schnellen Baufortschritt zu gewährleisten, wurden viele Elemente der neuen Halle vorgefertigt. Wichtig war hierbei die genaue zeitliche Abstimmung, damit es nahezu zu keiner Verzögerung auf der Baustelle kommt – so wurden beispielsweise parallel zur Bodenverkalkung bereits die Stahlträger für die Hallenkonstruktion vorproduziert. Nach Fertigstellung der Fundamentarbeiten konnten so die Stahlbetonstützen eingebaut und mit Sattelbindern verbunden werden. Brüninghoff übernahm bei diesem Projekt nicht nur die Aufgaben als Generalunternehmer, sondern fertigte die einzelnen Elemente im eigenen Hause vor. Die Kombination aus Fertigung und Bauleistung vor Ort trug zu einem schnellen Baufortschritt bei, da viele Aufgaben aus einer Hand durchgeführt werden konnten.

Funktionalität im Fokus
Die Lage der Türen und Tore sowie die zu berücksichtigen Maße und Gewichte von Maschinen – insbesondere der Sortieranlage – und Lagergut wurden von Brüninghoff bereits in der frühen Planung einbezogen, um die spätere Funktionalität des Gebäudes sicherzustellen. Auch die Außenanlagen wurden auf die spätere Nutzung ausgerichtet. Hierzu zählen die Lage und Neigung der Rampen zur Anlieferung oder auch die genaue Positionierung von Stellplätzen der Auslieferungs- und Mitarbeiterfahrzeuge.

Durch die enge Zusammenarbeit von Bauherren, Planern und Baubehörden konnten in kurzer Zeit eine leistungsfähige DHL-Zustellbasis geschaffen werden, die zukünftig für eine noch schnellere Auslieferung von Paketen in der Region sorgt.

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Bautafel

Bauvorhaben: Neubau einer Paketzustellbasis, Oer-Erkenschwick
Bauherr: Paul Lütkenhaus GmbH, Gescher (Investor)
Architektur und Umsetzung: Brüninghoff GmbH & Co. KG
Mieter: DP DHL Corporate Real Estate Management GmbH, Bonn
Baubeginn: September 2013
Projektende: Mai 2014

Neues mechanisierte Zustellbasis für die Deutsche Post DHL: Von hier aus werden zukünftig über 100 Zusteller täglich Pakete für die Region ausliefern. (Foto: Brüninghoff)

Neues mechanisierte Zustellbasis für die Deutsche Post DHL: Von hier aus werden zukünftig über 100 Zusteller täglich Pakete für die Region ausliefern. (Foto: Brüninghoff)

Der 440 Quadratmeter große, zweistöckige Verwaltungsbereich wurde in die Halle integriert, setzt sich jedoch in der Fassadengestaltung ab. (Foto: Brüninghoff)

Der 440 Quadratmeter große, zweistöckige Verwaltungsbereich wurde in die Halle integriert, setzt sich jedoch in der Fassadengestaltung ab. (Foto: Brüninghoff)

Im Raum Oer-Erkenschwick entstand auf einem 20 Hektar großen Grundstück eine neue mechanisierte Paketzustellbasis. (Foto: Brüninghoff)

Im Raum Oer-Erkenschwick entstand auf einem 20 Hektar großen Grundstück eine neue mechanisierte Paketzustellbasis. (Foto: Brüninghoff)

Für die Dachkonstruktion kommen Brettschichtholzbinder zum Einsatz, die 42 Meter stützenfrei überspannen. (Foto: Brüninghoff)

Für die Dachkonstruktion kommen Brettschichtholzbinder zum Einsatz, die 42 Meter stützenfrei überspannen. (Foto: Brüninghoff)

Die Außenanlagen der Halle werden gemäß den zukünftigen Anforderungen gestaltet. (Foto: Brüninghoff)

Die Außenanlagen der Halle werden gemäß den zukünftigen Anforderungen gestaltet. (Foto: Brüninghoff)

Die Vorfertigung der einzelnen Elemente – wie hier der Stahlbetonstützen – gewährleisteten eine kurze Bauzeit. (Foto: Brüninghoff)

Die Vorfertigung der einzelnen Elemente – wie hier der Stahlbetonstützen – gewährleisteten eine kurze Bauzeit. (Foto: Brüninghoff)

Um das Gefälle des Grundstückes zu kompensieren, wurde dieses neu modelliert. Danach konnten die Fundamentarbeiten beginnen. (Foto: Brüninghoff)

Um das Gefälle des Grundstückes zu kompensieren, wurde dieses neu modelliert. Danach konnten die Fundamentarbeiten beginnen. (Foto: Brüninghoff)

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