Dichte durch Design
Blindnietlösungen von Gesipa für
Anwendungen unter Feuchtebelastung
Ob Gehäuse im Außenbereich, Fahrzeugkomponenten oder Dach- und Fassadenkonstruktionen – Fügeverbindungen sind Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt. Neben der mechanischen Festigkeit rückt damit auch die Dichtwirkung der Verbindung in den Fokus, etwa um Korrosion oder Funktionsstörungen zu vermeiden. Gesipa bietet hierfür Blindnietlösungen, die je nach Konstruktion spritzwassergeschützte oder besonders dichte Blindnietverbindungen ermöglichen.
Blindniete sind für die schnelle und wirtschaftliche Verbindung unterschiedlichster Werkstoffe etabliert. Grundlage ihrer Funktion ist ein zweiteilig aufgebautes Verbindungselement, bestehend aus Hohlniet und Nietdorn. Während des Setzvorgangs wird der Hohlniet auf der Rückseite des Bauteils verformt und bildet dort den sogenannten Schließkopf. Gleichzeitig reißt der Dorn an einer definierten Sollbruchstelle ab und verbleibt teilweise im Nietkörper. Aus diesem konstruktiven Aufbau ergeben sich verschiedene Bereiche der Verbindung, die bei Anwendungen mit Feuchtebelastung besonders betrachtet werden. Dazu zählen beispielsweise die Kontaktflächen zwischen Niet und Bauteil, das Bohrloch sowie der Bereich der Hohlnietbohrung. Soll eine Verbindung zusätzlich gegen Spritzwasser oder Feuchtigkeit geschützt werden, wird daher darauf geachtet, diese Bereiche konstruktiv möglichst dicht auszubilden.
Angepasstes Nietdesign
Die Dichtwirkung von Blindnietverbindungen lässt sich durch spezifische konstruktive Merkmale des Nietdesigns gezielt beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ausbildung des Schließkopfes auf der Rückseite der Verbindung. Bei speziellen Blindniettypen sorgt eine angepasste Geometrie des Hohlniets dafür, dass sich dieser beim Setzvorgang besonders gleichmäßig aufweitet und einen geschlossenen Schließkopf ausbildet. Dadurch wird die Rückseite der Verbindung großflächig abgedeckt und das Eindringen von Feuchtigkeit idealerweise verhindert. Ein weiterer konstruktiver Ansatz betrifft den Nietdorn. Denn bei Blindnieten verbleibt der Restdorn nach dem Setzvorgang im Hohlniet und wird durch die Verformung des Nietkörpers im Bereich des Schließkopfes fest eingeschlossen. Diese Verkapselung kann das Eindringen von Feuchtigkeit entlang des Dornkanals erschweren. Neben diesen konstruktiven Merkmalen tragen auch die Auslegung der Verbindung sowie die Verarbeitung zur Dichtwirkung bei. So können bei fachgerechter Anwendung die jeweiligen Anforderungen an die Dichtheit der Verbindung eingehalten werden.
Blindniete für dichte Verbindungen
Auf Basis dieser konstruktiven Prinzipien stehen für unterschiedliche Einsatzbedingungen verschiedene Blindniettypen zur Verfügung. Gesipa bietet hierfür ein breites Sortiment an Blindnietlösungen, deren konstruktiver Aufbau gezielt auf unterschiedliche Anforderungen abgestimmt ist. Lösungen wie PolyBulb, MegaGrip oder PolyGrip kommen beispielsweise in Anwendungen zum Einsatz, in denen Verbindungen Feuchtigkeit oder Spritzwasser ausgesetzt sind. Typische Einsatzfelder finden sich im Fahrzeugbau, etwa bei Komponenten im Unterbodenbereich oder an Karosseriebauteilen. Im Bau- und Dachbereich – etwa bei Fassadenelementen oder bei der Montage von Photovoltaikanlagen auf Trapezblechen – spielen spritzwassergeschützte Blindnietverbindungen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch im Gehäusebau kommen entsprechende Blindnietsysteme zum Einsatz, etwa bei Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Spritzwasserschutz oder Gehäuseabdichtung. In der Lüftungs- und Klimatechnik, etwa in Systemen mit Differenzdruck, können Blindnietverbindungen ebenfalls für die erforderte Abdichtung sorgen.
Blindnietverbindungen stellen damit auch bei Anwendungen mit Feuchtebelastung eine wirtschaftliche und prozesssichere Fügetechnik dar. Entscheidend ist dabei, dass Niettyp, Material des Hohlniets und Klemmbereich auf die jeweiligen Einsatzbedingungen abgestimmt werden. Durch angepasste Geometrien, konstruktive Details sowie ergänzende Dichtlösungen – etwa Beschichtungen wie G-Seal zur Ausbildung einer Unterkopfdichtung – lassen sich Verbindungen realisieren, die neben der mechanischen Funktion auch Anforderungen an Spritzwasserschutz oder Dichtwirkung berücksichtigen. In vielen Anwendungen lassen sich so zusätzliche Abdichtmaßnahmen vermeiden und dauerhaft zuverlässige Verbindungen realisieren.
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