Ein gesunder Ort für Kinder

Im bayerischen Grassau in der Nähe des Chiemsees entsteht zurzeit eine neue, moderne Kindertagesstätte. Errichtet in ausgedämmter Holzständerbauweise, setzen die Architekten bei diesem Projekt auf eine ganzheitliche ökologische Bauweise. Folgerichtig werden alle bei dem anspruchsvollen Neubau verwendeten Baustoffe vor dem Einbau sorgfältig überprüft und individuell ausgewählt. Bei der Beplankung der Innenwände fiel die Wahl auf ökologische Lehmplatten der Leipfinger-Bader Firmengruppe. Diese sind frei von Schadstoffen und entsprechen damit dem Wunsch der Verantwortlichen nach einem gesunden, ausgeglichenen Raumklima, das die Kinder in ihrer Entwicklung optimal unterstützt. Die Lehmplatten sind aktuell bereits verbaut und werden im nächsten Schritt verspachtelt. Zum Schluss wird ein farbiger, pflegeleichter Lehmedelputz aufgetragen.

Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages in Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Horthäusern und Schulen. Um in diesem Kontext das Wohlbefinden sowie die Lern- und Aufnahmefähigkeit bestmöglich zu fördern, sind eine schadstofffreie Umgebung und ein gesundes Raumklima von zentraler Bedeutung. Letzteres wird dabei insbesondere durch ökologische Baustoffe gefördert. Intelligent ausgewählt und platziert, können sie Parameter wie die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Art und Weise steuern.

Viel Raum zur freien Entfaltung

Auf Basis dieses Ansatzes entsteht in Grassau – nach den Entwürfen von Schorr Architekten und Bergblau Architektur und Design – aktuell eine zweigruppige Kindertagesstätte, die bei Bedarf um weitere zwei Gruppen aufgestockt werden kann. Im Erdgeschoss ist eine Kinderkrippe untergebracht, im Obergeschoss eine Kindergartengruppe. Auch ein Foyer sowie ein quadratischer Mehrzweckraum mit Zugang zu einen mit Glas überdachten Freibereich werden in dem barrierefreien Gebäude Platz finden. Ein großzügig geplanter Küchentrakt trägt zum zukunftsorientierten Ansatz der Tagesstätte bei und sorgt dafür, dass die Kinder direkt in der Einrichtung voll verköstigt werden können. Die Gänge werden als Spielflure gestaltet, um den Kindern viel Freiraum zu bieten und sie mit den räumlichen Gegebenheiten bei ihrer Entwicklung optimal zu begleiten.

Diffusionsoffene Oberfläche

Bei dem Neubau kommen vor dem Hintergrund einer konsequent ökologischen Planung ausschließlich wohngesunde Materialien zum Einsatz. Ganz bewusst verzichten die Verantwortlichen daher auf schädliche Kleber, Leim und Kunststoffe. Für die intelligente und natürliche Raumklimaregulierung sorgen Lehmplatten von Leipfinger-Bader. Und das aus gutem Grund: Denn Lehm – ein reines Naturmaterial, das regional gewonnen werden kann – zählt zu den ältesten Baustoffen der Welt. Schonend zu modernen Lehmplatten für den Innenausbau verarbeitet und entsprechend verbaut, erhöht das Material maßgeblich die Atmungsaktivität der Wände. Aufgrund ihrer diffusionsoffenen Oberfläche können Lehmplatten Wärme und Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Im Ergebnis entsteht so ein jederzeit ausgeglichenes Raumklima. Auch Gerüche und Partikel können gebunden werden. Damit eignen sich Lehmplatten insbesondere auch für allergiegeplagte Menschen.

Einfache Montage

Insgesamt rund 900 Quadratmeter Innenwandfläche wurden im Kindergarten Grassau mit Lehmplatten beplankt. Sowohl für Leipfinger-Bader als auch für die verarbeitende Gerhard Mayer Holzbau GmbH handelt es sich damit um ein Projekt von großer Dimension. Ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Beteiligten rund um die Lehmplattenmontage bildete daher die Basis für eine erfolgreiche Bauabwicklung. Zum Einsatz kamen Lehmplatten in der Ausführungsdicke 16 Millimeter. Die Aussteifung der Wände wurde mittels einer Diagonalverschalung ausgeführt. Die Verantwortlichen verzichteten hier aus Gründen der Wohngesundheit bewusst auf die Verwendung von verleimten OSB-Platten. Bei der Verarbeitung wurde auf einen besonders schonenden und behutsamen Umgang mit den Lehmplatten geachtet, damit an den Kanten keine Beschädigungen entstehen. Die Lehmplatten wurden auf der Unterkonstruktion mittels Klammern befestigt. Die Montage erwies sich damit als besonders einfach und unkompliziert und konnte entsprechend zügig abgeschlossen werden.

Lehmedelputz als letzte Schicht

Im nächsten Montageschritt werden die Plattenstöße mit einem Lehmoberputzmaterial vorgespachtelt. Im Anschluss werden die Lehmplatten mit Lehmoberputz und einer Glasfasergewebeeinlage vollflächig überzogen. Die damit beauftragte Fachfirma W-T-P Kroiher & Ober GmbH legt dabei besonderen Wert darauf, dass bereits bei dieser technisch notwendigen Armierungslage kein Klebermaterial, sondern ausschließlich ein naturbelassener Lehmoberputz zum Einsatz kommt. Das Material wird mit einer Putzmaschine aufgespritzt und in einer Schichtdicke von circa drei Millimetern abgezogen. Ruhezeiten sind bei dieser Anwendung nicht notwendig. In die noch nasse Oberfläche der Lehmputzlage wird das Bewehrungsgewebe vollflächig eingearbeitet. Die Trocknungszeit dieser Armierungslage ist hinsichtlich der Saugfähigkeit der darunterliegenden Lehmplatten relativ schnell abgeschlossen. Sie beträgt zwischen zwei und vier Tagen. Zur weiteren Beschichtung kommt in Grassau farbiger Lehmedelputz zum Einsatz. Die Farbe sowie die gewünschte Putzstruktur können dabei frei gewählt werden. Der Lehmedelputz wird mit Wasser angerührt und ebenfalls mit einer Putzmaschine aufgespritzt. Das so aufgebrachte Material wird im nächsten Arbeitsschritt sofort gleichmäßig dünn auf der Grundputzlage verzogen und anschließend so strukturiert, dass die gewünschte Oberflächenstruktur entsteht. So entsteht im Endergebnis eine ökologisch hochwertige und optisch ansprechende Wandoberfläche, die sich im Kindergartenalltag ganz einfach mit einem feuchten Schwamm kreisförmig reinigen lässt.

Konsequent ökologisch

Mit der Entscheidung für den Baustoff Lehm im Innenausbau beschreiten die Verantwortlichen der neuen Kindertagesstätte in Grassau einen zukunftsweisenden und am Kindeswohl orientierten Weg. So können sich die Kinder nicht nur aufgrund der räumlichen Gestaltung frei entfalten, sondern erhalten auch aufgrund der eingesetzten ökologischen Baumaterialien optimale Umgebungsbedingungen, um sich sicher und gesund zu entwickeln. „Neu- oder Umbauten von Kindergärten werden häufig auf Basis ihres Raumkonzeptes und einer modernen Ausstattung bewertet. Natürlich sind das wichtige Faktoren. Doch es ist genauso wichtig, dass Orte, an denen Kinder viel Zeit verbringen, wohngesund gestaltet sind. Mit diesem wichtigen Referenzprojekt appellieren wir an weitere Verantwortliche, diesen konsequent ökologischen Weg zu beschreiten“, betont Thomas Bader, Geschäftsführer der Leipfinger-Bader Firmengruppe.

Die Rohbauarbeiten in Grassau sind bereits abgeschlossen. Die Fertigstellung der Kindertagesstätte ist für Pfingsten 2023 geplant.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.leipfinger-bader.de und www.lehmorange.de.

Bautafel:

Bauvorhaben: Neubau eines Kindergartens an der Gänsbachstraße, Grassau

Bauherr: Markt Grassau

Architektur/Projektleitung: Schorr Architekten, Vachendorf / Bergblau Architektur und Design, Grassau

Verarbeitung Lehmplatten: Gerhard Mayer Holzbau GmbH, Nußdorf am Inn

Armierung und Verputzung Lehmplatten: W-T-P Kroiher & Ober GmbH, St. Georgen

Hersteller Lehmprodukte: Leipfinger-Bader Firmengruppe

Bauzeit: 10/2021 bis voraussichtlich 6/2023

Die Marktgemeinde Grassau errichtet aktuell eine neue, moderne Kindertagesstätte mit konsequent ökologischer Bauweise. Foto: Christian Tharovsky

Die Innenwände der Kindertagesstätte wurden mit ökologischen Lehmplatten der Leipfinger-Bader Firmengruppe beplankt. Foto: Christian Tharovsky

Die 16 Millimeter dicken Lehmplatten wurden vor dem Anbringen auf das erforderliche Maß zugeschnitten. Verschnittreste können als Putz zum Verfüllen von Schlitzen verwendet werden. Foto: Christian Tharovsky

Die Befestigung der Lehmplatten erfolgte durch Klammern. Foto: Christian Tharovsky

Lehmplatten sind frei von Schadstoffen und schaffen in Grassau ein gesundes, ausgeglichenes Raumklima, das die Kinder in ihrer Entwicklung optimal unterstützt. Foto: Christian Tharovsky

Bei sämtlichen Verarbeitungsschritten achteten die Verantwortlichen auf einen besonders schonenden und behutsamen Umgang mit den Lehmplatten, damit an den Kanten keine Beschädigungen entstehen. Foto: Christian Tharovsky